Archiv für Oktober 2009

mieten, kaufen, wohnen

Was für eine TV-Offenbarung hat uns nun VOX wieder einmal präsentiert: mieten, kaufen, wohnen. Das ist tatsächlich eine Bereicherung für das sonst so Hartz-vier-geplagte Publikum. Die Besserverdienenden sind auf Haussuche.

Naja, ein paar Normalos hamse auch noch untergemischt, um auch datt Reihenhaus in Gelsenkirchen an den Mann zu bringen, aber sonst: Luxus, wohin das Auge blickt.

[Aber mal ehrlich und Butter bei die Fische: Sandra Owoc ist doch nie und nimmer erst Mitte 30 und Sabine Neugebauers Lippenstiftfarbe erinnert mich doch etwas zu stark an Auberginenschale. Und mit Alexander Posth würd ich noch nichtmal ein Bier trinken.]

Euronix

Abgesehen davon, dass ich diesen Werbespot ohnehin schon doof finde, frage ich mich, was die Off-Stimme, die klingt, als wäre sie ein längst ausgestorbener Dinosaurier,  am Schluss da für einen Text singt?

Recht und Fertigung

Tun Sie es nicht. Ich machs auch nicht nochmal. Das ist ja wirklich blankes Generve.

Ach so, was überhaupt?

Kündigen Sie nie Ihre Krankenversicherung.

Denn dann könnte es nämlich sein, dass Ihnen eine übereifrige Mitarbeiterin der alten Kasse an drei aufeinanderfolgenden Tagen telefonisch auf die Pelle rückt und Sie sich Rechtfertigungsorgien hingeben müssen. Und ihnen darüber hinaus auch noch die Kündigungsbestätigung verweigert, die Sie aber für Ihre neue Kasse dringend benötigen.

Hier mal ein kleines Auszug aus meinem Argumentationsreigen:

Ja, es bleibt dabei. Nein, Sie brauchen mich nicht weiter zu beraten. Nein, ich kenne mich aus im Gesundheitssektor und kenne Ihre Leistungen. Nein, Sie brauchen nicht zu uns nach Hause zu kommen. Die Entscheidung steht fest und wird nicht revidiert. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt und Sie sind eben der Verlierer. So einfach ist das. Ja, es bleibt dabei. Nein, Sie brauchen mich nicht weiter zu beraten. Nein, ich kenne mich aus im Gesundheitssektor und kenne Ihre Leistungen. Nein, Sie brauchen nicht zu uns nach Hause zu kommen. Die Entscheidung steht fest und wird nicht revidiert. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt und Sie sind eben der Verlierer. So einfach ist das. Ja, es bleibt dabei. Nein, Sie brauchen mich nicht weiter zu beraten. Nein, ich kenne mich aus im Gesundheitssektor und kenne Ihre Leistungen. Nein, Sie brauchen nicht zu uns nach Hause zu kommen. Die Entscheidung steht fest und wird nicht revidiert. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt und Sie sind eben der Verlierer. So einfach ist das. Ja, es bleibt dabei. Nein, Sie brauchen mich nicht weiter zu beraten. Nein, ich kenne mich aus im Gesundheitssektor und kenne Ihre Leistungen. Nein, Sie brauchen nicht zu uns nach Hause zu kommen. Die Entscheidung steht fest und wird nicht revidiert. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt und Sie sind eben der Verlierer. So einfach ist das. Ja, es bleibt dabei. Nein, Sie brauchen mich nicht weiter zu beraten. Nein, ich kenne mich aus im Gesundheitssektor und kenne Ihre Leistungen. Nein, Sie brauchen nicht zu uns nach Hause zu kommen. Die Entscheidung steht fest und wird nicht revidiert. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt und Sie sind eben der Verlierer. So einfach ist das. Ja, es bleibt dabei. Nein, Sie brauchen mich nicht weiter zu beraten. Nein, ich kenne mich aus im Gesundheitssektor und kenne Ihre Leistungen. Nein, Sie brauchen nicht zu uns nach Hause zu kommen. Die Entscheidung steht fest und wird nicht revidiert. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt und Sie sind eben der Verlierer. So einfach ist das. Danke, gute Frau, aber es rei-heicht! Jetzt her mit dem Wisch oder ich komme Ihnen da hin!

 

Wie gesagt: Tun Sies nicht.

Ich wusste, dass das hier erst der Anfang war…

Irgendwas is immer.

Ich verbringe satt und zufrieden ein gesegnet ruhiges Mittagspäuschen auf dem Sofa. Es ist himmlisch.

Aber das ständige Rumsen, Knallen und Poltern nervt irgendwie. Dazu kommt eine durchdringende Schlagbohrmaschine, die ab und zu meinen Schönheitsschlaf jäh unterbricht.

Aber ich bin auch zu faul, um mich von der Schäselong zu erheben, also lasse ich das Poltern über mich ergehen und nehme es als mein Mittagsschicksal hin. Ich döse weiter.

Als gar nix mehr geht, riskiere ich dann doch den Weg zum Fenster und schaue hinaus. Und erblick fast vor mir einen Bauarbeiter, der unser Haus mit einem chefmäßigen Gerüst einkleidet.

Die versprochenen Fassadenrenovierung! Wird ja auch mal Zeit.

[Aber doch nicht jetzt!]

wech

Ich weiss nicht, wieviele Sparschäler und Knoblauchpressen im Laufe meines Gemüseschnippellebens schon unter einem unsagbar großen Gemüseschalenberg in den Müll gewandert sind.

Es müssen aber einige sein.

Hohe Vitamin B12-Wellen

Wie ich hörte, werden allerorten sogar schon die Apotheken gestürmt, in der Hoffnung, dieses Präparat in Salbenform zu ergattern.

Guter PR-Coup, der TV-Beitrag.

(Ich esse Vitamin B12 und Avocados lieber so. Is auch gut für die Haut).

Durchsage

Mir ist eine Sache richtig, richtig peinlich. Und zwar, in einem Geschäft oder sonstwo per Durchsge irgendwo hinzitiert zu werden. Zum Beispiel passiert das, wenn Leute beim Möbelschweden falsch geparkt haben, dann kommt so etwas wie „Der Fahrer des Wagens…. möge bitte zur Information kommen“. Nee, danke, muss ich nicht haben.

Weil: Hatte ich schonmal. Nämlich vor ein paar Jahren, als die Sollmans im Urlaub waren. An einem Urlaubsort, wo der große, schwarze Sollmanhund nicht mitkonnte. Und deswegen hatte ich das Los, 14 Tage lang auf den großen, schwarzen Sollmanhund aufzupassen. Weil ich den ja damals angeschleppt hatte.

Sollmans wohnen auf dem Dorf (naja, es ist eine Kleinstadt) und dort haben sie einen großen Garten und den Wald direkt am Grundstück. Toll für einen großen Hund, da kann er sich austoben und entwickelt wenig bis keine Phobien.

Ich hingegen wohnte damals mitten in der Stadt. Im Studentenviertel, direkt an einem belebten Platz. Extra hatte auch ich mir ein paar Tage Urlaub genommen, um den großen schwarzen Sollmanhund bei Laune zu halten. Der sollte ja während meiner jobbedingten Abwesenheit nicht bellend die Nachbarn verärgern. Auch das wäre mir im übrigen sehr peinlich gewesen.

Wir hatten eine tolle Zeit, der Hund und ich, und machten viel Schabernack. Zwischendurch bildete ich ihn sogar als Dienstmagd aus, um Mutter Sollman eine Freude zu machen (er hatte jedoch eher Sinn für Gruftimaniküre):

sollmanhund

Aber natürlich muss man mit so einem Hund ja auch mal raus. Also jeden Tag in den Wald.

Irgendwann jedoch wollte ich unbedingt noch in die Stadt, um eine CD zu erwerben. Was also tun? Hund zuhause lassen? Nein. Mitnehmen. Gut. Die paar Meter in die Innenstadt gingen ohne Probleme. Brav trottete der Sollmanhund an der Leine neben mir her. Auch in der Fußgängerzone betrug er sich meisterlich. Cool und ohne die Hunde der Penner eines Blickes zu würdigen, schritt er an ihnen vorbei. Ich war stolz auf ihn.

Wir betraten Karstadt und um in die CD-Abteilung zu gelangen, muss man erstmal zum Treppenhaus. Wir gingen die ersten Meter. Die Leine spannte sich und der Hund zeige ersten Widerstand, indem er seine Vorderpfoten bremsend auf den glatten Belag stellte. Er wollte nicht. Aber ich wollte. Ich zog ihn also weiter. Er ließ sich mehr schleifen als dass er gehen wollte und nach ein paar Metern, als wir schon fast das Treppenhaus erreicht hatten, beschloss ich, dass die CD heute zumindest bei Karstadt wohl nicht mehr erworben wird und trat, zum Wohle des sensiblen Sollmanhundes, den Rückweg an. Mehr schlecht als recht, denn er sperrte sich vehement. Und tragen wollte ich den 35-Kilo-Brocken nicht. Also schob ich ihn unauffällig unter den Wühltischen gen Ausgang.

Okay. Das war also nichts. Ab zum nächsten Händler. Diesmal Saturn. Diesmal etwas abgelegener. Und diesmal bin ich auch so clever und binde ihn kurz draußen an. Ist ja ein friedlicher Geselle. Und in fünf Minuten bin ich ohnehin wieder draußen. Gesagt – getan. Ein schönes, ruhiges  Eckchen wurde auserkoren, die Leine professionell festgemacht und der Hundekopf zum Abschied aufmunternd getätschelt.

Ich sprinte rein und beeile mich. Erreiche die Abteilung. Suche die CD. Finde die CD. Renne zur Kasse. Stelle mich in die Schlange. Mist, das bedeutet ein paar Extraminuten. Ich atme tief durch. Als ich gerade dran bin, ertönte es aus den Lautsprechern: „Der Besitzer des großen schwarzen Hundes möge sich bitte umgehend  am Osteingang bei seinem Tier einfinden“. Ich erstarre zur Salzsäule, murmele etwas im Stile von „Ähhhh- Ichmussweg“ und renne ohne zu bezahlen aus der Abteilung.

Ich erreiche den Ausgang und höre es schon: Ein chefmäßiges Bellkonzert. Ausgerichtet vom Sollmanhund. Dazu etliche Passanten, die sehr vorwurfsvoll gucken. Jetzt möchte ich gerne zaubern können oder am liebsten zusammen mit dem sensiblen Hund im Boden versinken. Geht aber nicht. Also richte ich mich auf, schnappe mir die Leine und ziehe schwitzend unter morden wollenden Blicken von dannen.

[Der Hund war nicht traumatisiert. Er durfte sich danach im Wald erholen und hat Rescue Remedy bekommen. Ich hingegen schrecke nun bei jeder Durchsage im Kaufhaus zusammen, weil ich denke, sie gilt mir.]

Schmeißen.

Kennt Ihr diese Pinnchen, die das Uhrenarmband an der Uhr halten? Diese metallenen, mit einer Feder versehenen Stifte?

Die machen mich rappelich. Weil ich möchte sie lösen, um das Band auszutauschen. An sich nix Großes. Aber es geht nicht und mein Ehrgeiz, es doch schaffen zu wollen, lässt nicht locker.

[Ich schmeiße hier gleich die Uhr aus dem Fenster. Ich bekomms nicht ab, das Armband. Sämtliche Nägel sind schon vermackelt. Scheisedreck.]

Nun. Endlich. Beim Zahnarzt.

Heute morgen, kurz vor elf.

Todesmutig betrete ich nach einer sorgenvollen Nacht die Praxis.

Es wird wehtun. Es wird lange dauern. Es wird schlimm werden.

Zum Glück muss ich nicht warten. Ich werde in das Zimmer des Grauens geführt. Ganz hinten, am Ende des Flures. Das Zimmer, aus dem man die Schreie vorne nicht mehr hört. Das Zimmer, in dem ich schon diese und diese Tortur erleiden musste.

Na schön. Ich ergebe mich, lasse mir den Latz umhängen und warte.

Der Meister kommt und fängt an, leicht zu bohren. Nicht schlimm. Er setzt dazu diese Stiftchen auf einen Bohrer und hat ein Instrument, das ihm anzeigt, wie tief er in den Wu’rzelkanal gehen kann. Ich denke, super, das ist jetzt das Vorspiel. Gleich wird er sich die Feilen schnappen und mit der Hand ordentlich tief reinraspeln, in die Kanäle.

Ich sinne noch ein wenig vor mich hin und warte auf den Hauptteil.

Dann plötzlich sagt der Meister:

So. Fertig. In 14 Tagen sehen wir uns wieder, dann mache ich die Füllung.

Wie jetzt? Fertig?

Ja, alles gut, ich bin schon durch.

Kein Prokeln und nix?

Nö. Das geht mit dem Bohrer. Hab ich alles schon gemacht.

Ach.

Jau. Also, kannst jetzt gehen.

Das glaube ich ja kaum.

Seht Ihr, so kanns auch gehen. Man muss nur mit dem Schlimmsten rechnen, dann wirds meistens gut.

Zum Augenverdrehen

Apothekentest die zweite. Auch in dieser Filiale kein Fachpersonal, sondern somnolente, etwas stumpfe Mittzwanzigerinnen.

Hömma, spielt Ihr im geschlossenen Bereich Arzneilotto oder warum habe ich bei fünf gewünschten Produkten nur drei Richtige?

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