Das kennt jeder Klavierschüler, der in früheren Zeiten voller Enthusiasmus jede Woche zum Unterricht gestratzt ist: Früher oder später kommen sie, die unvermeidlichen Quälstücke.
Es fängt meist an mit dem Flohwalzer, der einfach erlernbar ist und der manchmal auch schon vor der ertsen Klavierstunde gekonnt dahergeduldet wird. Dann gehts nach dem Tasten- und Notenlernstadium weiter mit Stückchen in C-Dur.Dann kommt bereits das unvermeidliche „Für Elise„,meist parallel mit tollen Mozartohrwürmern oder traumhaften Melodien von Richard Clayderman. Und, dann, das ebenso Unvermeidliche: Das Präludium aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach. [All diese Stücke kann man nach vollender Klavierunterrichtseinheit, die sich schlimmstenfalls über die ganze Pubertät ziehen kann, übrigens getrost wieder vergessen.]
Wenn aber heute ein großer Konzern seine diversen Elektronikhighlights in Fernsehwerbespots mit dem ersten Takt ebendieses Präludiums einleitet, horche ich schon auf. Totgesagte Melodienfragmente brechen sich in meinen Hirnwindungen Bahn. Ich lausche und erinnere mich. Um mich in der nächsten Sekunde vor Widerwillen auf dem Sofa zu winden, denn die haben das ganze Stück total verhunzt, gekürzt und irgendwie verdorben.
So gehts doch auch nicht. Hömma.
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