Archiv für Mai 2009

fernab

Schade, dass Müllers jetzt so weit weggezogen sind.

Wohin denn? Süddeutschland?

Nee, einen Stadtteil weiter.

Schön.

Das Schöne an heute ? Dass morgen nochmal Sonntag ist.

Beschwingend.

Das kann doch nicht sein.

Es gab seit Jahren einen schönen, großen Rosmarinbusch im Unterholz. Der stand in einem Topf draußen herum und erfreute uns mit seinen köstlichen Nadeln und seinem unnachahmlichen Duft.

Genau bis zum letzten Winter. Da pssierte es nämlich, dass eben jener Rosmarinbusch leider der Kälte und dem Frost zum Opfer fiel. Was wir erst nicht merkten, denn Farbe und Dichte der Nadeln waren auch im Frühjahr tadellos. Leider wollte der gute Freund jedoch nicht weiter wachsen, keine neuen Nadeln auf den Markt werfen und neigte gar in letzter Zeit zum Reihern.

Dieses Elend konnten wir nicht mehr mit ansehen und haben dem präfinalen Busch gesten via grüne Tonne den Garaus verpasst.

Ein paar Minuten später schmerzte jedoch bereits die leere Stelle, an der zuvor der stattliche Topf gestanden hatte. Und wir schmiedeten blitzschnell einen Plan: Ein neuer Rosmarinbusch sollte her.

Gesagt – getan. Ab zum Hier-gibts-alles-Gartenmarkt. Nach minutenlanger Orientierung im Bereich Stauden, Rosen, Geranien und Kräuter hat die Vernunft gesiegt und es wurde beim sachkundigen und freundlichen Verkäufer nachgefragt („Rosmarin? Hamwa gaa nich“).

Auf zum nächsten Markt. Aber auch hier die selbe Situation. Suchen – fragen. Kein Rosmarin in diesem Jahr.

Wahrscheinlich sind die alle im Winter erfroren. Tja.

[Es wurde dann eine kompensatorische Rosenstaude erworben. Mit leeren Händen kann ein Gartenmarkt nämlich noch schlechter verlassen werden als ohne Rosmarin.]

Kindertag

Jugendförderung im Unterholzspital: 25 Kindergartenkinder auf der Suche nach dem Traumberuf. Frau Unterholz mittendrin, gleich nach einer Minute schon die etwas sehr zutrauliche, bebrillte Laureen an der Hand. Und los gehts. Laut brüllen, tausendmal STOP schreien, Türen aufhalten, Streit schlichten, gegen eine Lärmwand erklären.  Ab in die Notaufnahme, zum OP, in ein Krankenzimmer und, natürlich, wie immer, zu den Babies. Sonst der Knaller bei jeder Besichtigung heute eher nebensächlich, da die Automatiktüren deutlich mehr faszinieren.

Dann noch Kakao. Alle wollen Ärzte und Krankenschwester werden. Einer aber doch lieber Tierpfleger.

Puh. Erzieherin wäre nicht meins. (Gut, dass ich jetzt pfingstfrei habe.)

Die Weisheit von fast-Zweijährigen

Fast-Zweijährigen, die bereits einen kleinen Wortschatz haben, lauscht man gerne. Oder man fordert sie auf,  Dinge nachzusprechen, die sie dann auch brav wiederholen. Und das ist dann meist sehr putzig, weil fast-Zweijährige ja meist noch ein bisschen an der Artikulation feilen müssen.

Auch, wenn fast-Zweijährige, mit einem Schnuller im Mund, ein Bilderbuch rezitieren, ist das eine lustige, aber leider etwas unverständliche Sache.

Optimieren können fast-Zweijährige jedoch am allermeisten die Aussprache während der Nahrungsaufnahme. Denn bei mehreren Häppchen Butterbrot, von der zuvor akribisch bereits der Wurstbelag genießerisch weggeschleckt wurde, die dann gemeinsam mit Apfelsaft in der Mundhöhle zerkleinert werden, kann das schonmal schwierig werden mit dem Zuhören seites der Erwachsenen. Und dann, gerade dann und in diesem Moment, kommen die philosophischen Großmitteilungen der fast-Zweijährigen.

Echt.

Criminal Intent

Manchmal, wirklich mnchmal, ist mir kriminell zumute. Dann merke ich, wie sich langsam die Fußnägel hochrollen, die Kieferknochen blutig mahlen oder sich mein Blutdruck in den anaeroben Bereich schraubt.

Dann habe ich Mordphantasien.

[Zum Beipsiel, wenn der Referent schlimm überzieht, die Schlange beim Mittagessen bis zur nächsten Hausecke reicht und dann just auch noch die Pommes alle sind.]

Urologie für Geschäftsleute

Daialog unter Fachleuten:

In meinem nächsten Leben erfinde ich die nachwachsende Prostata.

Wieso das denn?

Dann kommse immer wieder, die resezierten Männer.

An die Wäsche

Übrigens: Waschmaschinen heißen jetzt Wäschepflegegeräte. Nur mal so.

Erniedrigend

Der definitiv erniedrigendste Moment in meinem Leben?

Auf dem Zahnarztstuhl zu sitzen und taumelig nach vollbrachter Schneidezahnbehandlung ( inklusive Wurzelbehandlung, Abschleifen des Zahns bis auf die Grundmauern, Abdrücke nehmen) mit dem Spiegel in der Hand dazusitzen und die Ruinen zu betrachten.

Definitiv.

(Das hat sich eingebrannt, obwohl die Krone recht schick aussieht. War das schlimm.)

Da wusste man, was man hat.

Nivea hat bei einigen Produkten Änderungen im Duft eingebaut. Finde ich nicht gut.

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