Archiv für April 2009

Upgrade

Und heute im Programm: Ein markentreues Upgrade um 202 Punkte. Ischbinuffjerescht. Das hamwa aber auch verdient.
Morgen gibts dann die Herzschmerzabschiedsworte an die alte Schleuder.

Scherben

Macht schon Spaß, so für ein Polterabendgeschenk Keramik zu zerdeppern. Oder für Blumenkästen, damit man Scherben zum Reinlegen hat.

(Ich mach gerne irgendwie Sachen kaputt. )

Klar. Früher war alles besser.

Heute beim Mittagessen. Ich bin zu einer ungüstigen Zeit da und muss mit alteingesessenen Zicken Fabrikmitarbeiterinnen speisen.

Die nichts besseres zu tun hatten, als über die Dauer der gesamten Nahrungsaufnahme über eine nicht anwesende Kollegin herzuziehen. Und sich aber im selben Atemzug als besonders loyal darstellten. Und dann noch betonten, dass es früher solche Kolleginnen nicht gab. Damals, als wir alle noch auf einem Haufen saßen und bei der Arbeit rauchen durften.

Ja, ist klar. So schnell habe ich mein Essen lange nicht beendet. Da half nur Flucht.

Och nööö.

Merke: Menschen, die schnell sprechen und dabei hektisch ganze Silben verschlucken, sollten keine zweistündigen Schulungen anbieten. Kann anstrengend werden.

Hü und Hott

Vor drei Monaten: Hörnse ma, Frau Unterholz, wir brauchen unbedingt die Unterstützung von der Superspitalberatungconsultingagentur, ohne die können wir nicht arbeiten.

Okay. Wird gemacht.

Heute: Hörnse ma, Frau Unterholz, übernächste Woche kommen ja die Leute von der Superspitalberatungconsultingagentur, da können wir aber nicht. Wir haben ja gar keine Leute. Wie sollen wir denn dann noch Zeit für die Superspitalberatungconsultingagentur finden?

[Klinsi, Du Armer, vielleicht kannst Du noch bei uns anfangen! In echt. Da kannst Du nach Herzenslust optimieren und Deinen Laissez-Faire-Stil mögen die Akademikers, glaube ich, auch ganz gerne. Vielleicht bist Du ja sogar noch besser als die Superspitalberatungconsultingagentur. Ich würds ja mal drauf ankommen lassen.]

Ein Kettenbrief der teigigen Art

Hallo,

ich bin Hermann. Ich bin jetzt sechs Tage dein „Haustier“. Wenn Du Dich um mich kümmerst, werde ich drei Hermann-Babys bekommen, die du dann an deine Freunde weiterverteilen kannst.

Ich mag kein Metall. Bitte rühre mich immer mit einem Holzlöffel um („spazieren gehen“). Als Wohnung bevorzuge ich unbedingt eine Plastikschüssel, mit einem Tuch abgedeckt. Ich überlebe nur bei Zimmertemperatur. Bitte stelle mich nicht in den Kühlschrank. Bitte folge genau den Anweisungen, es ist normal, wenn ich gäre. Bitte füll emich in eine große Schüssel.

Tag eins: Heute müssen wir uns erstmal kennenlernen. Du solltest mich einmal spazieren führen.

Tag zwei: Füttere  mich bitte heute mit 200 g Zucker. Dann führe mich spazieren.

Tag drei: Heute habe ich Durst. Ich hätte gerne 200 ml Milch. Führe mich dann wieder spazieren, damit ich das Futter gut verdauen kann.

Tag vier: Heute fütterstdu mich mit 200 g Mehl. Spazieren gehen nicht vergessen.

Tag fünf: Heute ist mein Geburtstag. Jetzt habe ich richtig Hunger. Versorge mich mit 200 g Zucker, 200 ml Milch und 200 g Mehl. Rühre mich dann zu einem glatten Teig. Teile mich in vier Portionen. Davon (meine Babys) gibst du drei in Plastikschüsseln und verschenkst sie an drei liebe Menschen, die du gerne magst. Kopiere diese Anleitung, damit sie sich gutum meine Babys kümmern können.

Tag sechs:  Heute müssen wir uns voneinander verabschieden, es ar eine schöne Zeit! Nun füttere mich mit 200 g Mehl, 3 Eiern, 1, 5 TL Backpulver und 125 ml Sonneblumenöl. Führe mich noch einmal ordentlich spazieren bis mein Teig glatt ist. Wenn Du magst, kannst du auch noch Äpfel, Mandeln oder Nüsse hineingeben. Backe mich bei 180 Grad etwa 40-45 Minuten im Backofen.

Guten Appetit!

Dein Hermann

[Der Hermann wurde mir heute geschenkt. Und den Text habe ich eins zu eins genau so aus der "Anleitung" abgeschrieben. Und ich musss sagen: So ganz stehe ich ja nicht auf so Kettenbriefkrams. Vor allem nicht, wenns derart infantil formuliert ist.]

Früchtetee

Heute ist so ein Tag, da möchte ich mal was besonderes zum Frühstück trinken. Jawoll. Nicht immer das normale Einerlei, nein, etwas ganz frühstücksuntypisches: Früchtetee.

Normalerweise gehört derlei, leicht müslimäßig angehauchtes Produkt, nicht zum normalen Einkaufsportfolio im Unterholz. Daher muss ich mich wohl mal auf die Suche begeben.

Und siehe da: Nach forcierem Herumwühlen in Tee- und anderen Dosen finde ich doch tatsächlich noch einen einzelnen, uneingepackten Beutel „Bio-Früchtetee, fruchtig erfrischend, 2,5 g“. Sicher aus der Ära um 1997 herum, aber egal.

Juhuu, das wird ein Fest, was habe ich aber auch für ein sensationelles Glück heute. Ich koche also das Wasser und brühe mir eine schöne Tasse auf. Ich warte genau fünf Minuten, bevor ich gekonnt den Beutel entferne und mir ein Süßungsmittel meiner Wahl hineinrühre. Ich warte weitere drei Minuten, bevor ich den ersten Schluck koste.

Ich trinke, ich schmecke, ich spucke alles wieder aus. Vielleicht hätte dieser kostbare Beutel doch nicht zwölf Jahre lang zwischen Brühwürfeln, Yogitee und Räucherstäbchen lagern sollen.

Fragen, die ich mir stelle:

Wie schaffen es Frauen mit laaaangen, künstlichen Fingernägeln…

  • sich vernünftig das Gesicht einzucremen?
  • eine Mahlzeit hygienisch zuzubereiten?
  • sich ein unerschütterliches Selbstbewusstsein und eine unwiderstehliche Sexyness einzureden?
  • Toilettenpapier für den dafür vorgesehenen Zweck zu gebrauchen?
  • nicht jegliches Gefühl an den Fingerkuppen zu verlieren?
  • in der Nase zu bohren?
  • eine Bluse zuzuknöpfen?

Ihr müsst jetzt stark sein…

…Oder: In eigener Sache.

Ein Herz für Blogs. Das ist die Aktion, die gerade hier in aller Munde ist. Um den Blogs ein bisschen mehr Lebhaftigkeit zu verleihen, um den Traffic ein wenig anzuheizen.

Insbesondere die Muttiblogs könnten laut dieser Kampagne ein bisschen mehr Vernetzung und Aktivität gebrauchen.

Soweit, sogut. Muttiblogs. Hm.

Warum ich das schreibe? Ich bin doch gar kein Muttiblog.

Naja…Nicht ganz.

Ich ringe nämlich schon seit geraumer Zeit mit mir. Denn auch ich werde mich noch in diesem Jahr beruflich verändern und ein kleines, hoffentlich erfolgreiches, Familienunternehmen gründen. Das Unterholzspital wird also demnächst, zumindest an dieser Stelle, seine Pforten schließen. Und damit wahrscheinlich auch dieses Blog. Es hat mich begleitet in einer spannenden Zeit der Berufstätigkeit, mir den Arbeitsalltag erleichtert und mir sogar oftmals sicherlich einen stressinduzierten Bluthochdruck erspart.

Weils mir als Ventil gedient hat. Und weils natürlich lustig war, ein paar Geschichtchen, so oder so ähnlich tatsächlich passiert, zu veröffentlichen.

Damit ist aber leider bald Schluss. Denn: Ich möchte irgendwie kein Muttiblog sein.

Versteht mich jetzt nicht falsch: Ich lese Euch alle gerne, finde die Geschichten rund um den Nachwuchs spannend und lustig. Aber ich staune mitunter auch über die Offenherzigkeit, mit der geschrieben oder bebildert wird.

Aber das bin nicht ich. Ich bin der Meinung, dass (zumindest meine) Kindergeschichten nicht ins Netz gehören, denn sobald man in Bloggerhausen angekommen ist und Teil der, zweifellos, überaus netten und freundlichen Community geworden ist, gibt man ein Stückchen Anonymität auf. Das ist bei einer sehr begrenzten Anzahl an Lesern nicht das Problem, aber das Netz leistet ja noch viel mehr. Detektivisch ambitionierte (vielleicht sogar manisch veranlagte) Menschen könnten, wenn sie Puzzleteil an Puzzleteil setzen, mehr als genug recherchieren. Und bei dem eigenen Nachwuchs finde ich das irgendwann grenzwertig. Zumal ich schon als Frau Unterholz ein sicherlich nicht kleines Netzprofil hinterlassen habe.

Ein Kind kann man ein ganze Zeitlang nämlich nicht fragen, ob es damit einverstanden ist, wenn es mit zweifellos lustigen Schandtaten hier vertreten ist. Oder sein Name, sein Geburtsgewicht, all seine Daten publiziert werden dürfen. Oder seine ersten Worte unbedingt auf einer Onlineplattform archiviert werden können. Klar kann man das als Eltern steuern und weitestgehend anonymisieren. Aber eben auch nicht ganz. Dann wäre ja auch der Effekt gleich null.

Das hört sich alles hart an, ich weiss. Aber ich sehe da tatsächlich wenig Platz für Kompromisse. Ganz oder gar nicht. So hart es klingt. (Dass ich seit Monaten hier mit halber Kraft laufe, hat sicherlich auch der eine oder andere bemerkt. Und das macht eher so mittelviel Spaß).

Nehmt es mir also bitte nicht krumm, wenn ich hier irgendwann bald eine wie auch immer geartete Babypause einlege. Ob und wann ich danach wiederkomme? Ich weiss es selbst noch nicht.

[Jetzt jedenfalls habe ich erstmal einen schon seit Monaten angestauten Frosch gekillt. Nämlich diesen Artikel hier verfasst. Und hiermit ist auch die Kommentarfunktion für Euch alle wieder freigeschaltet.]

Dumpfbacken der Woche

v-durchf1

Naaa, was ist das wohl für ein Schild?

Hm?

Sollte doch dem einen oder anderen Verkehrsteilnehmer bekannt sein, oder?

So von Einbahnstraßen oder so.

Nicht so einigen Verkehrsteilnehmern in Unterholzstadt.

Weil es ist nämlich so: Die Straße, an der das Unterholzspital liegt, wird derzeit aufgerissen. Und weil ein Straßeaufreißen eben nicht mit einer gleichzeitigen Befahrbarkeit einhergeht, ist die halbe Straße gesperrt und mit einem Bauzaun abgeriegelt. Der andere Teil ist in beide Richtungen befahrbar. Nun ist es aber so, dass die Rettungsfahrzeuge auch noch zur Notaufnahme gelangen müssen. Und das geht eben derzeit nur mittels einer engen Passage am Bauzaun vorbei.

Damit theoretisch niemand anders auf die Idee kommt, dort hineinzufahren und mit seiner Karre wohlmöglich ein Rettungsfahrzeug behindert (weil wenden kann man da gar schlecht), ist eben dieses Schild angebracht, zusätzlich der hinweis: Durchfahrt nur für Rettungsfahrzeuge.

Und dennoch.

Dennoch braten Muttis in dicken Mersern bräsig den Rettungsweg (der etwa eine Minute Zeitersparnis bringt) entlang, fahren Taxis munter in die Wagenhalle und selbst junge, frischführerscheingeprüfte Fahrer schrecken vor soviel Dreistigkeit zugunsten einer kleinen Bequemlichkeit nicht zurück.

(Morgen rufe ich entweder die Polizei hinzu oder ich beschmeiße die hochheiligen Wagen mit organischen Krankenhausabfällen. Wahrscheinlich eher letzteres.)

Nächste Seite »