Archiv für Dezember 2008

Silvesteransprache mit Musik

So. Nu isses mal Zeit, dass ich mich nach vier Wannen Bügelwäsche, dem Schlotterausflug nach draußen und der alljährlichen Silvesterschlacht im Supermarkt besinnlich zurücklehne.

Und Euch danke für Eure Kommentare, Beiträge und fürs Stöbern im Unterholz. Hätte ich nicht gedacht, dass mir diese WordPresswelt mal so ans Herz wächst. Also auf ein neues, feines Jahr.

Euch allen einen guten Rutsch, viel Gesundheit und Glück, Kraft und Mut fürs kommende Jahr. Und dass alle Eure Wünsche zackzack in Erfüllung gehen.

Das alles wünscht: Die Frau Unterholz

Luxus

Luxus ist:

  • Am Ausschlaftag vom Hustenanfall erst um 4.30 Uhr statt bereits um 4.00 Uhr geweckt zu weden.
  • Eine Nasenspülung mit Fleur de Sel
  • Produktiver Husten nach 20 Tagen trockenem Reizhusten
  • Noch 25 Pakete Papiertaschentücher in der Vorratskammer zu haben
  • Im hintersten Winkel der Sockenschublade noch Ommas Wollsocken zu finden
  • Den Ingwer im Tee auch wieder herausschmecken zu können
  • Ein aufmunterndes Lächeln der nächsten Nachbarn zu kassieren und den Spruch: „Wir haben dich diese Nacht gar nicht gehört“.

Es sind eben die kleinen Dinge im Leben, die schön sind.

Lesebefehl

Für alle Freunde des gepflegten Verbrechens: Stieg Larsson- Verblendung

[Lange habe ich nicht mehr so einen spannenden Krimi gelesen. Echt. 688 Seiten, die sich lohnen. Und das beste ist: Der Weihnachtsmann hat noch die beiden Nachfolgebücher gebracht. Ganz schön gut, oder? Ich werde also in der nächsten Zeit eine kleine, eigene Krimi-Eremitage betreiben.]

Belauscht.

Eben beim Kantinenmittagessen. Ich konnte nicht anders. Ich musste es hören. Die saßen am Tisch neben mir.

[Zwei Kolleginnen erzählen sich was. Also, eine erzählt (K1), die andere hört zu (K2):]

K1: Ach, je, das ist aber auch dieses Jahr wieder schlimm.

K2: Hm.

K1: Was hatten wir da schon für Last mit.

K2: Hm.

K1: Und diese ganzen Medikamente. Das geht auch so ins Geld.

K2: Hm.

K1: Ich saches dir, Karin, das ist manchmal bis zur Belastungsgrenze.

K2: Hm.

K1: Wenn Du dann nachts auch keine Ruhe findest. Da kommen dann schon die schlimmen Gedanken.

K2: Hm.

K1: Aber bis jetzt haben wirs ja auch noch immer so geschafft. Mit Medikamenten und viel Liebe.

K2: Hm.

K1: Aber letzte Nacht. Du glaubstes nicht. Durchfall. Durchs ganze Haus. Ich war bis heute morgen sechs mit Putzen beschäftigt… Unser Ingo, der rührt dann ja auch keinen Finger.

K2: Hm.

K1: Ach, ich sachs Dir, lange mach ich das nicht mehr mit.

K2: Wie alt isser denn?

K1: 84 Menschenjahre.

K2: Hm.

K1: 84 Jahre, das ist schon ein ganz schönes Alter, das kannste wohl glauben.

K2: Hm.

K1: Und der röchelt sich einen zurecht. Ich hab schon überlegt, ob da tagsüber nicht mal so ne Pflegerin kommen könnte.

K2: Hm. Sowas gibts?

K1: Klar. Gibt doch Diakonie.

K2: Hm.

K1: Hatten wir bei Oppa August auch.

K2: Und was hat euer jetzt nochmal?

K1: Zwingerhusten. Unser Bobby hat Zwingerhusten. Davon rede ich doch die ganze Zeit.

Grippaler Infekt vs. Magen-Darm

Der grippale Infekt schlägt in diesem Jahr Magen-Darm. Das ist wissenschaftlich erwiesen durch eine beobachtende Studie, die soeben stattfand.

Weil nämlich in der Apotheke sind ja die  gerade angesagten Mittel immer gleich ganz passend und griffbereit gelagert. Für die Apothekenmitarbeiter. Damit die nicht so weit laufen müssen bei den Allerweltssaisonwehwehchen.

Und meine Beobachtung hat ergeben: 1:0 für Grippe. Da war das Regal mit allerlei Schleimlöser, Hustensaft und Wickmedinait (warum schreibt man das SO?) fast leergefegt, wohingegen Iberogast, Rennie und Co. dumpf im Regal herumdümpelten.

Aber mir solls recht sein. Das eine ist immer noch hundert Mal besser als das andere.

Befreiend

Befreiend ist, wenn  der Wagen nach langem Stottern morgens bei unter null Grad doch noch irgendwann anspringt. Da könnte ich ihn glatt küssen, den Guten.

Traritrara.

Selten habe ich so wenig gearbeitet wie heute. Was maßgeblich am Datum, am leckeren Frühstück, an den netten Geschichten der (wenigen) Kollegen, am schönen, kalten Sonnewetter und an meiner guten Laune lag.

Die hat mich nämlich um halb zwei schon nach Hause getrieben.

So, und jetzt Geschenke. Wohlsein. Auf mich.

[Soledum intus, Frau Balkonistin, danke wieder mal für die wunderbaren Tipps und die Grüße, of course!]

Lungenausverkauf

Hier. Alles muss raus. Mittels Husten wird das Ganze ermöglicht. Mangelnder Nachtschlaf lässt es zu einem noch schöneren Geschenk für die Menschheit werden.

[An alle Ärzte: Ambroxol rocks. Das Zeug wirkt. Mehr ins Detail gehe ich nicht. ]

Schneeketten

Heute nacht habe ich irgendwann von Schneeketten geträumt. Dabei fiel mir eine Schneeketten-Servicegeschichte aus dem vorletzten Winter ein:

Es begab sich aber zu der Zeit, da ein Gebot vom Schneekaiser ausging, dass alle Welt zum Skifahren aufbrechen sollte. So auch wir. Und da unser Unterholzmobil nicht wirklich für eine Fahrt in die Alpen taugt, durften wir dafür netterweise das große und sichere Auto der Altvorderen benutzen.

Einen Tag vor Aufbruch klickten wir dann nochmal den Wetterbericht für die Urlaubsregion an und erfuhren, dass die Straße in den Skiort nur mit Schneeketten befahrbar sei. Also Herr, lass Kette vom Himmel fallen.

(Es fiel natürlich nichts.)

Da ich schon Urlaub hatte, bin ich dann eben losgezogen, um einer Schneekette habhaft zu werden. Im Gepäck hatte ich einen Zettel, auf dem das Automodell und die Reifenmaße verzeichnet waren. Auf zum nächsten KFZ-Service-Händler, im Herzen der Männerroute gelegen, an der in sinnvoller Reihenfolge Tankstellen, Baumärkte, KFZ-Läden, McDoof, Erotikbutieken und sogar ein Puff liegen.

Da stehe ich nun in einer Filiale des großen AhTehUh und wende mich vertrauensvoll an einen kaugummikauenden Prollo-Verkäufer dort.

Der reißt mir den Zettel aus der Hand, konsultiert seinen Rechner, schaut dort kurz rein, wirft mir einen abwertenden Blick über seine 3,99-Schlecker-Brille zu und lässt mich ihm zu den Schneeketten folgen. Ich muss aber drauf achten, die Mindestabstand zur Verkäuferhoheit einzuhalten. Der da beträgt: Zwei Meter.

Dann grapscht er einen Satz Ketten aus dem ganzen Berg, drückt ihn mir in die Hand, murmelt, dass das die passenden seien und stratzt schon wieder zurück zu Kasse. Ich werfe einen Blick drauf, sehe, dass dort ein großer Buchstabe (G) verzeichnet ist und in klein dahinter die passenden Reifenmaße aufgedruckt sind. Irgendwas von 205/55 16  steht drauf. Ich denke, das passt zwar nicht ganz exakt, wird wohl aber schon richtig sein, und gehe ebenfalls zur Kasse. Zuvor passiere ich ein etwa mannshohes Schild, auf dem steht, dass Schneeketten vom Umtausch ausgeschlossen seien. Klaro, es kann ja sein, dass ich sie gar nicht brauche und dann nach einer Woche schön wieder zurückbringen könnte, originalverpackt…Alles klar. Ich zahle und fahre nach Hause.

Dort angekommen, werden die neuerworbenen Ketten gleich mal vom Unterholzbewohnermann inspiziert, der schaut einmal drauf und sagt prompt, dass das die Falschen sind. Passen ja auch nicht exakt. Ich schlage mir vorn Kopp, so doof wie ich war.

Wir googlen und sehen, dass es bei AhTehUh auch für die Reifengröße exakt passende Ketten gibt. Buchstabe B wärs gewesen. Sicherheitshalber rufen wir auch nochmal den Kettenhersteller in Südtirol an, der uns versichert, dass nur Größe B für diese Reifen geht. Bitte keine anderen Ketten aufziehen. Da könnte das Auto Schaden nehmen.

Wir also zurück zu AhTehUh. Gemeinsam. Ziel ist es, Größe G gegen Größe B einzutauschen. Mittel zum Zweck: Ich, die versehentlich, so als Frau, die falschen Ketten gegriffen hat. (Oder, was wahrscheinlicher war, dass jemand die Datenbank falsch bestückt hat.)

Dort angekommen haben wir die Lage erklärt und aufgrund des Beleges konnten wir nachweisen, dass der Kauf der Ketten in Größe G noch nicht länger als 25 Minuten her war und wir daher unmöglich die Ketten im Schnee hätten ausprobieren können. Und wir wollten sie ja nicht zurückgeben, sondern nur gegen das richtige Paar, das im übrigen auch vorrätig war, eintauschen.

Fazit: Eine halbe Stunde Diskussion, viel Bockigkeit seitens der Schlecker-Billigbrillenfront, kein Chef da, kein Umtausch. Kein Eisehen, dass andere Ketten laut Hersteller besser passen. Nö, das steht hier so im Computer drin. Die passen. KEIN Umtausch. K.E.I.N. Umtausch. Engelszungen, Teufelsdohungen, alles null und nichtig.

Also, AhTehUh ist seither ein rotes Tuch und der TÜV eine nette Truppe, die verleihen nämlich Schneeketten, und zwar die richtigen. Hätten wir das mal vorher gewusst.

Stille im Unterholz

Einen ganzen Tag meine Klappe zu halten, fällt mir schwerer als gedacht. Gibt es doch in meinem Leben ständig irgendetwas zu sagen. Vor allem, wenn Weihnachten ist und es leckeren Truthahn gibt. Oder Eis mir heißen Kirschen zum Nachtisch. Oder wenn anschließend ein Spiel mit Vorlesen gespielt oder Bilder angeschaut werden.

Mein Gehirn setzt dann immer so schöne Assoziationsketten frei. Und meine Stimme streikt. Nach wie vor.

Das ist anstrengend. Um mich überhaupt zu artikulieren, flüstere ich oder presse die Luft mit Gewalt durch die verbliebenen Stimmbandareale, die nicht irgendwo zugeschwollen sind. Das wiederum hört sich an wie Käptn Sharky, Pumuckl und Krösa Maja zusammen.

Tipps irgendwer? (Jetzt nicht Salbei. Das mag ich so gar nicht als Tee.)

Nächste Seite »


Archiv

 

Gerade da:

site statistics

Blog Stats

  • 96,694 Mal im Unterholz gestöbert