Archiv für November 2008

Die Tanga-Taste

Cool daherreden für Fortgeschrittene:

Da musst du gleichzeitig die String-Alt-Entfernen-Taste drücken.

Ist es nicht wunderbar?

Den ganzen Tag essen. Schlafen. Fernsehen. Lesen. Dem Wetter beim Dämmern zusehen. Musik hören.

[Einem leeren Telefonakku kann es beim Aufladen nicht besser gehen. Glaub ich.]

Angst

Es gibt ja in so einem normalen Leben mit steigendem Alter sehr viel mehr Bereiche, in denen die Angst, oder sagen wir besser, der Respekt vor etwas sinkt.

Früher hatte ich zum Beispiel Angst, bei einer Banküberweisung etwas falsch zu machen. Oder ich hatte Angst, die falsche Sorte Benzin ins Auto zu füllen. Ich hatte immer Angst davor, das Falsche zu tun.

Diese Angst ist auf dem Rückmarsch. Schon seit Jahren. Seitdem ich das Prinzip des Sichdurchfragens entdeckt habe. Das übrigens fast immer blenden funktioniert. Und seitdem ich mir gestatte, mich auch mal souverän zu blamieren.

Leider schwindet gleichzeitig auch die jugendliche Unbekümmertheit. Die mich viele hast ausprobieren lassen. Die mich an Grenzen hat gehen lassen. Mir Dinge hat gelingen lassen.

Und die mich in Großstädten famos durch das U- und S-Bahn-System hat leiten lassen.

[Meine Güte, was war das früher einfacher. Da stieg ich irgendwo ein und kam immer an. Ob Hamburg, Berlin oder München. Ohne viel Tamtam. Und ohne viel Zwang, ohne dreißigmal hinzuschauen und mich dann in der Bahn stehend nervös zum Ziel durchzutaxieren. Kann mir da jemand von Euch Großstädtern mal eine Portion Gelassenheit herüberschicken? ]

MuttiUschi

Ich find ja die Skandallaudatio des Herrn Raab nicht wirklich tragisch. Nur mal so.

Telefonieren mit Sollmans

Du, bist du etwa erkältet?

Wer? Ich? Nein.

[Das war nur zum Schutz. Wegen der hartnäckigen Therapieempfehlungen.]

In vollen Zügen

Hach. Es ist doch immer eine Freude, mit der Bahn zu fahren. Vor allem freitags abends, wenn alle Welt nach Hause will. Und wenn dazu noch die Hälfte der Züge in der Wartung ist und „heute nur einzügig und ohne Neigetechnik gefahren wird„. Das heißt für die Unglücksraben, die keinen Platz haben: Stehen. Üblicherweise nutzt man dazu ja den Bereich vor den Türen oder vor den idyllisch anmutenden Toiletten. Manch ein Frostköttel stellt sich dann aber auch gerne mal bräsig mitten in den Wagen, so gemütlich in den Mittelgang.

Gestern bin ich mit so einem Exemplar kollidiert. Im wahrsten Sinne. Ich liebe es ja sowieso, wenn die vielen Menschen endlich ihren reservierten Sitz erreicht haben und dann erstmal in aller Seelenruhe aufstehen, den Mittelgang versperren und umständlich ihr Gepäck verstauen. Im Flugzeug kann man dieses Spiel mit mir übrigens auch hervorragend veranstalten: Von null auf Hundert in drei Sekunden. Das macht mich rasend.

Nunja, die Dame gestern, die sich schön mitten in den Wagen zum Warten und Ausharren begeben hatte, machte darüber auch zum Vorbeilassen der vielen Sitzplatzsuchenden nicht so richtig Platz. Dazu kam, dass sie nicht gerade Kate Moss war. Also eher Montserrat Caballe. Als ich, bepackt mit Rucksack und weiterem Gepäckstück zum Ziehen, an ihr vorbeiwollte, nahm ich zuerst Augenkontakt auf. Sie blickte weg. Ich ging weiter. Sie versperrte den Weg. Ich drängte ein wenig und schaute sie erneut an. Sie guckte auf den Boden und presste sich ein wenig an die gegenüberliegenden Sitze. Ich verstand dies als Signal: Jetzt kannst du durch, wenns sein muss. Und das tat ich. Zur Strafe für so viel Versperrungselan nahm ich ordentlich Anschwung und quetschte mich, meinen Rucksack und das weitere Gepäckstück durch die Engstelle. Ich vernahm ein Stöhnen, was mich zur weiteren Geschwindigkeitserhöhung antrieb. Sonst hätte ich dieses Nadelöhr wohl auch nicht passieren können. Nach gefühlten zehn Sekunden flutschte ich auf der anderen Seite augenrollend heraus, hoffend, dass ich zumindest für ein klein wenig Strafsodbrennen gesorgt habe.

Hustenreiz

Hustenreiz, gerne auch Reizhusten genannt,  tritt immer in den unpassendsten Situationen auf. Nicht , wenn man gerade schön abhustebereit auf dem Sofa Platz genommen hat und keine Menschenseele in der Nähe ist. Nein. Sondern wenn man zum Beispiel in der Mitte eines voll besetzten, trockenluftigen Hörsaals sitzt.

[Dann müssen irgendwann alle aufstehen. Und schwupp, ist man im Mittelpunkt.]

In Linie 141

…Oder der neue Laissez-Faire-Stil der Münchener Verkehrsbetriebe:

Guten Abend, können wir mit diesem Ticket (Anmerk. der Red.: ICE-Bahncard-CityTicket der DB) mit Ihnen mitfahren?

Ja, Kruzifix, des is mir doch egal woas sie deraa für eina Ticket hoam.

Ja oder nein?

Jetzt steigens scho ein, des is mir wurscht.

Reiseschnipsel

Ich kann formvollendet Salamitbrötchen aus Hotelfrühstückssälen schmuggeln.

Super ist es, wenn eine zweiteiliger Zug vorfährt, bei dem im letzten Moment die Wagenanordnung komplett umgeschmissen wurde. Panische ältere Herren und so.

Ich kenne die aktuellen Klingeltoncharts auswendig.

Ich finde es witzig, wenn ältere Damen im ICE aus Versehen beim Telefonieren die Lautsprecherfunktion aktivieren und es nicht merken, wenn alle Welt mithört.

Winter mit Schnee in Mitteldeutschland, in Süddeutschland keine Spur davon.

Hotelbetreiber in der Hauptstadt sind freundlicher als die in München.

Das Erdgeschoss unseres Hotels ist ein McDoof-McDrive. In echt.

Ich reise nie wieder ohne Notebook.

Im Puppenkiez

Nachdem für mich der gestrige Tag je bereits im taufrischen Morgengrauen mit einer schunkeligen Fahrt in einer von Mehdorns Großkutschen begann, danach das Pflichtprogramm abgewickelt wurde, war der Moment am frühen Abend endlich gekommen: Auf zur Puppe.

Ein bisschen S-Bahn, ein bisschen U-Bahn, grüne Kacheln, gelbe Kacheln, der charakteristische U-Bahn-Duft, ein schönes Liedchen im Ohr und schwupp, schon war ich da. Mit ein wenig Herzklopfen natürlich, weil BlindBlogDate. Man könnte es auch als uffjerescht bezeichnen. Ich erklomm die letzten Stufen und da stand sie: Die Puppe.

Sehr nett, sehr cool, sehr so wie vorgestellt.

Wir gingen zu einer feinen Kneipe mit einem feinen Namen und ließen uns dort nieder. Und kamen ab dem Zeitpunkt aus dem Erzählen auch schon gar nicht mehr raus. Die Zeit verging wie im Flug und ich kann mich nur nochmal bedanken für den netten Abend! Schön wars! Ganz in echt und wirklich!

Und dit nächste Ma gehn war echt Discgolfen. Vasprochen.

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