Das Lied zum Motto: Frank Black – Headache
Das Lied zum Motto: Frank Black – Headache
Am heutigen Tage war ich über meinen portablen, mit 397 Musikstücken beladenen iPod mal so richtig froh. Da konnte ich bei der halbstündigen Schnitt-, Prokel-, Stocher-, Bohr- und Nähprozedur wenigstens ein bisschen was anderes an den Ohren haben.
Es war, für alle, die es noch vor sich haben, aber gar nicht mal sooo schlimm. Aber Ihr müsst auch nicht weiterlesen, wenn Ihr sowas nicht so gerne habt.
Zuerst kam jedenfalls die obligatorische Betäubung: Drei Einstiche außen und innen, danach erstmal 15 Minuten warten. Währenddessen bauten die fleißigen Helfer schon das OP-Kit auf, blaue Tücher, Nahtmaterial, Skalpelle und was weiss ich noch alles. Ich entschied mich für den Shufflemodus und hörte Belle and Sebastian mit „Get me away from here, I’m dying“ , Klee mit „Bis an den Rand der Klippen“ , Moby mit „One of these mornings“ , Tocotronic mit „Alles wird in Flammen stehen“ und Sophia mit „Another Trauma“.
Nach gefühlten vier Stunden kam dann Maitre, setzte seine Vierfachvergrößerungsbrille auf, postierte den Lern-Lakai neben sich und legte los. Es schabte, kratzte und ich bemühte mich, meine kompletten Autosuggestionskräfte darauf zu konzentrieren, nicht daran zu denken, was er da gerade genau macht.
Gelang mir so mittelmäßig gut. Dabei REM mit „Bad Day“, The Killers mit „Read my mind“ und Kings of Convenience mit „I don`t know what I can save you from“.
Dann kam das nächste Spektakel: Nachdem die Wundhöhle genügend freipräpariert war, war die Zeit für ein Erinnerungsbild gekommen. Man steckte also ein spitzes, langes Dentalinstrument möglichst weit in die Abszesshöhle hinein und drückte auf den Auslöser. Vielleicht habe ich dabei sogar ein wenig gelächelt. Wenn nicht, könnten die Bilder eventuell noch für den nächsten Reisepass taugen. Eels mit „Beautiful freak“, Radiohead mit „High and dry“, Travis mit „Selfish Jean“.
Dann das Highlight des Tages: Der Rosenbohrer. Schon bei herkömmlichen Behandlungen das am meisten gehasste Teil, weil der so langsam und so schredderich bohrt. Mittels dessen jedenfalls wurde die Wurzelspitze abgefräst. Dann noch ein bisschen hier präparieren und da prokeln und schon wurde zum Nahtmaterial gegriffen. Mando Diao mit „Killer Kaczynyski“, Moby mit „Extreme ways“, Teitur mit „All my mistakes“
Juppheidi, sechs Stiche und Knoten später war schon alles vorbei. Noch eine schnelle Röntgenkontrolle und weg. Thirteen senses beglückten mich mit „Animal“ und zum Schluss nochmal zum Nähen Coldplay mit „Viva la vida“.
Moment, ach nee. Noch die Sicherheitshinweise, die Krankschreibung für heute und ein Rezept für Clindamycin. Wieso das? Weils doch schon ein bisschen doll am, im oder um den Knochen herum saß, das Abszessgeschehen.
Ich nehme halt immer die deluxe-Version. Mit Sahne.
[Jetzt sitze ich hier, mit einem total tollen Turban-Konstrukt um die Birne, um das Kühlkissen in Position zu halten, und es geht mir eigentlich ganz gut.]
Frau Katoschka hat sich was feines ausgedacht. Ein Top-3-Werbestöckchen.
Die drei schlimmsten und die drei liebsten Werbespots.
Die drei schlimmsten fallen mir sehr leicht, da ich fast alle Werbespots schlimm finde. Also:
2. Dulcolax
3. Veltins
Die drei besten? Hm. Mal überlegen. OK:
2. Ui. nach mehr als einer Stunde nachdenken, Werbung im TV schauen und bei YouTube stöbern, bin ich nicht viel weiter. Fällt mir nix mehr ein. Frau Katoschka hat zweifelsohne schon die TOP-3-Spots genannt.
Ich schmeiße daher verzweifelt weiter an die Balkonistin, Kaanu, die Rebenwanderin und Frau Schlapunzel. In der Hoffnung, von dort noch mehr positiven, aktuellen Werbeinput zu bekommen.
Samma, hat einer von Euch da draußen Erfahrungen mit Firefox 3.0 und den dazugehörigen Feedreader-Add-Ons?
Das klappt hier irgendwie noch nicht mit dem zeitnahen Aktualisieren der abonnierten Feeds.
Wieder einmal stelle ich mit dezentem Seitenblick auf das bei VOX gezeigte Auswandererglück fest, dass ich es nicht einmal ansatzweise wagen würde, mit einem Budget von 15.000 Euro an den Gardasee auszuwandern. Um dort, im kulinarisch ganz und gar unterentwickelten Italien (Vorsicht: Ironie!), mit einem Imbisswagen mit deutschen Spezialitäten wie Currywurst und Pommes, mein Glück zu versuchen.
Aufgrund dieses Beitrages habe ich mal überlegt, was mir bislang als anders-als-gedacht-Ausgesprochenes bzw. verbales Mißverständnis schon alles über den Weg gelaufen ist. Spontan fällt mir ein:
Als Quelle ist in allen Fällen das kleine Krankenhaus am Rande der Stadt zu nennen, in dem ich lange Jahre diente.
Das, was dieses Kind am Kopf hat, das habe ich am Unterarm. Nicht, weil ich einen Puppenwagen zu schnell bergab geschoben habe, sondern weil ich pflichtbewusst Geschirr eingeräumt und nicht mit der Vehemenz einer schwedischen Hängeschranktür gerechnet habe.
Die mir mit voller Wucht nahezu die Hand abhackte. Aber nur nahezu.
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