Archiv für Mai 2008

Geschützt: Chez le Möbelschwede

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Menschen

Leute in aller Ruhe zu beobachten gehört mit zu meinen größten Vergügungen.

Heute morgen hatte ich wieder einmal die Gelegenheit dazu. Zwanzig Minuten lang behielt ich den Eingang eines Möbelhauses fest im Blick und sah:

  • Einen jungen Mann, sehr unvorteilhaft gekleidet, der sich ständig ein Stofftaschentuch vor Mund und Nase hielt. Da er jedoch nicht so aussah, als sei ihm übel, habe ich ihn in die Kategorie „Michael Jackson“ hineinsortiert.
  • Ein Paar mittleren Alters, er schnellen Schrittes vorweg, sie hinkend hinterher. Sie rief ihm zu, er möge vor der Drehtür bitte auf sie warten. Er ignorierte sie komplett und bugsierte sich noch sportlich in das gerade schon sich wegdrehende Drittel. Sie stand dumm davor und musste alleine durch die bewegte Tür hinken.
  • Ein weiteres Ehepaar, aber das hörte ich eher. Er bölkte sie an: „Jetzt lass mich doch auch mal was sagen und bevormunde mich nicht immer! Wenn Du immer alles besser weisst, dann hätte ich heute ja gar nicht mitfahren müssen“.
  • Eine Dame, die so dermaßen doll vor dem Lenkrad ihrer For.d Mo.ndeo Limousine eingeklemmt saß, dass sie bestimmt beim Fahren keine Luft mehr bekommen hat.
  • Einen asketischen Surfertypen ca. Anfang zwanzig, der fünf Regalbretter elegant auf den Kopf davontrug. Und dabei natürlich sein Sixpack offenbarte. Solange, bis ein Brett auf den Boden donnerte und kurz darauf die anderen folgten…

Ich sach Euch: Es lohnt sich. Man muss gar nix kaufen. Man nehme sich ein Eis und setze sich da hin. Grandios!

Im Weg

Wenn man schon inmitten der Supermarkt-Eingangshalle seine Waren umständlich in die mitgebrachte Einkaufstasche verfrachtet und dabei einen Stau der mittelschweren Kategorie verursacht, dann muss man sich nicht wundern, wenn der eine oder der andere dies etwas brummig kommentiert.

Und da ist der Oma-Bonus auch gleich mit weg, liebe alte Dame. So geht das nicht. Nicht mitten in den Weg stellen und auch noch über die Unbeschwertheit der Jugend keifen, wenn jemand etwas sagt.

Yeah.

Ischbinuffjerescht! Wegen morgen!

Watt freu isch misch! Aber:

  • Hoffentlich verschlafe ich nicht.
  • Hoffentlich erkennen wir uns (soll ja samstags den einen oder anderen geben, der noch so beim Möbelschweden anrückt).
  • Hoffentlich kaufe ich nicht zuviel.

Abschied

So. Bis eben wurde Abschied gefeiert. Abschied der Kollegin. Sehr traurig, aber auch sehr nett mit Draußensitzen, lustig schnacken, Biertrinken und Dönekes von früher erzählen. Hach. Und irgendwie landet man dann ja doch immer bei den Knallergeschichten von früher.

Und mit viel Alkohol und zu fortgeschrittener Stunde werden dann die ganz finsteren Storys rausgekramt, deren Protagonisten entweder schon lange tot sind oder dann vor Scham stets im Erdboden versinken.

Und schließlich, ein bisschen sentimental, verabschieden sich dann alle. Die einen gehen Montag wieder ihrer geregelten Bürotätigkeit nach, die anderen entschwinden in eine andere Region.

Was`n das?

Diese Links habe ich seit neuestem immer in meiner Referrer-Liste: WASAlive.

Höh? Qu`est-ce que c`est?

Wie ich mal nicht seekrank wurde.

Ich habe ja einen Teil meiner späten Jugend hier verbracht.

Und in England gibt es keine Halbjahre, sondern Trimester inklusive einer Woche „half-term“-Ferien dazwischen,

Diese Woche im Mai 1995 gedachten wir, eine Gruppe bestehend aus sechs halbwüchsigen Flausenköppen, zeltend auf St. Marys zu verbringen, einer Insel der Scilly Islands vor der südenglischen Küste.

Man kann dort sowohl mit dem Helikopter oder dem Flugzeug hinkommen (dauert etwa 20 Minuten) oder auf die althergebrachte Weise per Boot (dauer etwa drei Stunden). Fliegen ist natürlich etwas für Weicheier, außerdem unerschwinglich.

Daher entschlossen wir uns, das Boot zu nehmen. Schön von Penzance aus. Im Mai ist dort ja zumeist auch schönes Wetter, daher: Kein Problem.

Am Reisetag stiegen wir also mit Gepäck, Zelten und mit guter Laune in den Zug. Es windete ein wenig, was uns ber im Inland aber überhaupt nicht bedenklich erschien. Schon eher stutzig machen hätte uns aber die Entscheidung einer Mitschülerin mit Wohnsitz auf Scilly, in letzter Minuten wohlweislich auf den Helikopter umzubuchen.

Der Zug fährt das letzte Stück entlang der Küste, und auch wir sahen sie schon von weitem, die Schaumkronen auf den Wellen. Hm. Frühstücksbrot wieder wegpacken? Ach, papperlapapp, das wird bestimmt nicht so schlimm, das schaukelt nur ein bisschen, wenn überhaupt.

Ankommen, einchecken, Fähre betreten. Wundern über eineinhalb gestapelte Meter Kotztüten zur Begrüßung. Kopfschütteln. Raus an Deck, dort einen Platz suchen. Seeluft und das Gucken auf den Horizont soll ja schonmal das Schlimmste verhindern.

Ablegen. Über uns flog der Helikopter. Der Wind pfiff, wir trugen alle Jacken und Kopfbedeckungen, die wir besaßen, und hielten es tapfer bei  Windstärke sieben draußen aus.

Schon im Hafenbecken fing der Kahn dann aber das Schaukeln an. Sehr sanft. Aber doch. Naja, die erste Stunde gehts noch an der Küste entlang, dann erst kommt das offene Meer. Das Schiff kämpfte sich tapfer durch die Wellen, die seitlich kamen und es stetig von rechts nach links warfen. Wir hielten es nach wie vor draußen aus, obwohl das Seewasser bis zu uns hoch spritzte.

Das war aber auch gut so, denn somit konnten die Hinterlassenschaften derer, die grünlich aus dem Schiffsinneren torkelten und sich mehr oder weniger professionell über die Reling zum Reihern lehnten, schnell wieder weggespült werden.

Und was sahen die erbärmlich aus. Nur nicht hingucken. Blick zum Horizont. Walkman (!) lauter drehen, nur schön ablenken.

Nach gefühlten drei Stunden war Lands End erreicht und der Pott schickte sich an, den Turbo aufzudrehen. Nicht, damit wir schneller ans Ziel kommen. Nein, damit den jetzt auch noch von vorne und von schräg kommenen Wellen einigermaßen etwas entgegenzusetzen war.

Sowas habe ich noch nicht erlebt. Ich dachte echt, das Schiff kentert jede Minute. Und was Schlingern, Rollen, Schaukeln und Meerwasserspritzen in dem Zusammenhang heißt, das habe ich da auch gleich mal fürs Leben gelernt. Und was Seekrankheit ist. Nicht bei mir (Danke, danke, danke an mein tolles Innenohr!), sondern bei 85% der Fahrgäste dieser Schiffsüberfahrt.

Ich habe dann irgendwann aber doch das Suchen angefangen. Das Suchen am schwankenden Horizont nach diesen ach so idyllischen, ach so sonnenverwöhnten und ach so gerne erspähten Scheiss- Inseln. Die Zeit ging und ging jedenfalls nicht um und es erschien mir endlos, dass die Nussschale mühsam gegen die Atlantikströmung rockte.

Wiederum gefühlte elf Stunden später erschienen Punkte am Horizont. So gefreut habe ich mich selten. Wares es doch endlich die heißersehnten Inseln. Ein Stündchen noch, dann waren wir schließlich da.

Anlegen. Aussteigen.

Der Kotztütenberg war dezimiert auf fünf Resttüten. Es roch etwas streng im Schiffsinneren.

Und ich war selten so froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. (Der die nächsten zwei Tage noch schwankte).

Übrigens, der Rest der Truppe, die mit mit mir draußen gesessen hat, ist ebenso schadlos weggekommen. Da lob` ich mir die althergebrachten Fähren. Bei Speed-Katamaranen, die zum Beispiel auf der Straße von Gibraltar verkehren, geht derlei Frischluftschnuppern nämlich nicht.

Dankepopanke.

Wenn jemand sehr liebes einen als „Schatz“ bezeichnet, dann ist das eine große Ehre und ein schöner Vertrauensbeweis.

Wenn einem jedoch ein najanichtsoganzsogerngemochter Chefarzt, dem man gerade den A.rsch gerettet hat, beim Gehen hinterherhaucht „Sie sind ein Schatz“, dann erfordert es eine große Portion Contenance, nicht schon im Zimmer anzufangen zu würgen.

ICE

Was soll ich denn hiervon halten? Ist das ernst gemeint oder ein Virus bzw. Hoax?

Sinnvoller Tipp!

Die Retter und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass bei Straßenunfällen die meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben.

Bei den Einsätzen weiß man aber nicht, wer aus diesen langen Kontaktlisten zu kontaktieren ist. Ambulanzfahrer haben also vorgeschlagen, dass jeder in seine Kontaktlisten die im Notfall zu kontaktierende Person unter dem selben Pseudo einträgt.

Das international anerkannte Pseudo ist : ICE ( = In Case of Emergency ). Unter diesem Namen sollte man die Person eintragen, welche in Notfall durch Polizei, Feuerwehr oder erste Hilfe anzurufen ist.

Sind mehrere Personen zu kontaktieren, braucht man ICE1, ICE2, ICE3, usw. Leicht, kostet nichts, kann aber viel bringen.

Bitte diese Meldung weiterleiten, damit dieses Verfahren üblich wird !

(Zitiert aus einer E-Mail, die mich heute erreichte)

Aufzüge

Die Sache mit den Personenaufzügen ist wirklich genau so, wie sie hier geschildert wird. Genau so.

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