Eine vom Wochenende wahrscheinlich noch etwas verkaterte, adipöse Blumenfachverkäuferin und ein urlaubsgestimmter, ob des sonnigen Wetters äußerst wohlgelaunter Unterholzbewohner: Das passt nicht zusammen.
Der Unterholzbewohner hat zwei Wünsche. Nämlich einen Strauß Blumen in den unmöglichen Farben orange und rot (nein, wie außergewöhnlich!) und noch ein wenig Blatt-Begleitwerk für einen bestimmten Anlass.
Nachdem die Rahmenbedingungen barsch abgefragt wurden, ging das Auswählen los. Ich dachte ja, dass so Blumenläden, insbesondere die großen, immer auch eine Auswahl an Fotos parat haben, um dem unerfahrenen Kunden zumindest einige Entscheidungen zu erleichtern. Diese Fotos gab es auch, allerdings waren die nur für das Auge der am Tresen auf der gegenüberliegenden Seite stehenden Furie gedacht. Mir wurde die gar nicht hingehalten.
Das Glück aber war ja, dass ich schon wirklich sehr konkrete Vorstellungen hatte:
Ich möchte gerne den Strauß in orange und rot. Ohne Schleierkraut oder sonst irgendwelches Beiwerk, sondern schlicht. Höchtens ein wenig Efeu an den Seiten.
Mh. Was denn für Blumen?
Tulpen. Genau solche, wie sie hier vorne haben.
Die sind aber nicht für solche Anlässe.
Das ist mir egal. Die finde ich schön und die Farbe passt auch genau.
Hm. Was is mit Rosen?
Nein.
Gerbera?
Nein. Tulpen. Oder Ranunkeln, wenn die Tulpen aus sein sollten.
Aha. Also Tulpen, ja?
Ja. Genau. Tulpen.
Welche Farben?
Orange auf jeden Fall, rot auch, gerne auch ganz bunt.
Ganz bunt? Das macht man nicht.
Ob man das macht, gute Frau, oder nicht, das ist mir relativ egal. Wer die Musik bezahlt, darf auch bestimmen, was gespielt wird. Seit wann gibts denn Standards für sowas?
Nee, ich dachte nur. Mit Schleife doer Band?
Nein, ich sagte es ja bereits mehrfach, ganz schlicht.
Hm. Ja, machen wir fertig. Könnse dann abholen.
Danke, sehr freundlich.
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