Archiv für 23. Februar 2008

Schnickercastle

Frau Ninifee hat es auch schon erwähnt: Heute ist der Tag, an dem die Schnickerin mitsamt dem Liebsten in ihr neues Heim zieht. In ihr Heim, das sie über Wochen und Monate renoviert haben. Von Grund auf. Die Schnickerin avancierte zum Baumarktprofi, verputzte Wände selbst und schreckte selbst vor schwerem Gerät nicht zurück.

Ich erinnere an dieser Stelle mal an den düsteren Novembersamstag, an dem sich viele fleißige Freunde im Schnickercastle einfanden, um die Wände von Styropor und Tapeten zu befreien. Es wurde geschabt, gekratzt, geflucht und zwischendurch klammheimlich und immer mal wieder in den Keller zum leckeren Kuchen geschlichen. Am besten war allerdings die abendliche Grillsause, obwohl Messer und Gabel nur noch unkoordiniert von den Fingern fixiert werden konnten.

Aber lasst es Euch gesagt sein, ihr Schnickercastleneubewohner: Wir hätten Euch auch beim heutigen Umzug geholfen (Und wir hätten auch nicht so laut gejault wie nach der Abkratzaktion ;-) )

Anyway, wir wünschen Euch einen guten Start und eine erholsame erste Nacht, vielleicht berichtest Du ja mal irgendwann, was Du geträumt hast.

Floast

Also dass es nun panierte Fleischscheiben gibt, die man im Toaster erhitzen kann, um sie anschließend zu verspeisen, ist ansatzweise unappetitlich.

Warum nahm man diesen Namen?

Kindernamen, die im Gedächtnis bleiben:

  • Schakkeline
  • Käwinn
  • Daschtinn
  • Mälwinn
  • Carlotta Bärbel (nichts gegen Carlotta – aber in dieser Kombination…?)
  • Schantall
  • Üffes (Yves)

Wann ist das blöde Teppichstudio endlich pleite?

Jeden Samstag lese ich gerne und lange in der Lokalzeitung, schaue, welche Kinder mit schönen oder schaurigen Namen neu auf die Welt gekommen sind, was die Jahresversammlung des Taubenzüchtervereines ergeben hat oder welche Straße gerade wieder mit einer Baustelle bestückt ist.

Dazu gibts Frühstück xxl, mit Orangensaft, Toast, Eiern und gutem Tee.

Es gibt nur eine Sache, die mich dabei nervt: Der seit Wochen angekündigte „Insolvenzabverkauf im Außenlager“ des lokalen Teppichstudios: Eine Anzeige, die ein Viertel der gesamten Zeitungsseite beansprucht, in der Mitte das zombiemäßig aussehende Besitzerehepaar und drumherum ein paar hässliche Teppiche und übermäßig viel Text. Die Werbeagentur, die diese Kampagne entworfen hat, hat die Anzeige authentischerweise sogar im Corporate Design der Lokalzeitung gehalten, damit es noch ein wenig mehr so aussieht, als wäre es ein richtiger Zeitungsartikel.

Das Problem ist, dass diese Anzeige nicht nur ein Mal erschienen ist. Sondern wöchentlich auf den Supersonderverkauf hinweist. Seit Wochen. Jedes Mal mit dem Vermerk: Nur noch diese Woche und nur wegen der großzügigen Gnadenfrist. Mit soviel falscher Betroffenheit seine Knüpfkunst an die depperten Mitbürger bringen zu wollen, erzeugt schlimme Gefühle am Frühstückstisch.

D a muss ich also Samstags morgens fast immer auf mein Brettchen brechen, zumal die arme Besitzerfamilie vor einem Jahr angeblich ihren schönen großen Innenstadtladen aufgrund der selben „Insolvenz“ auflösen musste. Und dies mit ebensolchen Großanzeigen kundtat.

Vielleicht gehe ich ja gleich in die Stadt und besuche das in bester Innenstadt-Altbaulage liegende, umsatzstarke Teppichstudio und befördere auf retrogradem Weg mein Frühstück auf eines der Exponate.


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